News 2012

Spenden per Lastschrift im Internet – ein zunehmend wichtiger Finanzierungsbaustein für spendensammelnde Organisationen!

Stellungnahme des Deutschen Fundraising Verbandes zum SEPA-Begleitgesetz und der Beschluss­empfehlung des Finanzausschusses

Spenden per Lastschrift im Internet – ein zunehmend wichtiger Finanzierungsbaustein für spendensammelnde Organisationen!

Der Deutsche Fundraising Verband appelliert an die Deutsche Kreditwirtschaft, eine privatrechtlich abgesicherte Form der Internet- (Online-) SEPA-Lastschrift ohne physikalische Unterschrift zu ermöglichen.

Nach der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses genügt ein mittels E-Mail erteiltes Lastschrift­mandat den gesetzlichen Anforderungen. In seiner Rede am 19.11.2012 sagte Herr Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank: „An dieser Stelle hat auch der Bundestag für mehr Klarheit gesorgt. Mit seinen Erläuterungen zur Verabschiedung des Begleitgesetzes haben die Mitglieder des Finanzausschusses geholfen, die SEPA-Lastschrift für die Zukunft aufzustellen. Sie zeigen, dass die Verwendung der SEPA-Lastschrift auch im Internet möglich ist, denn ein mittels E-Mail erteiltes Lastschriftmandat genüge im Zweifel den gesetzlichen Anforderungen.“ 

Nach den AGB der Banken und Sparkassen ist jedoch eine physikalische Unterschrift notwendig – eine Anforderung, die an der Praxis im Online-Geschäft vorbeigeht, zusätzliche Verwaltungskosten verursacht  und nicht einmal von Verbrau­cher­­schützern eingefordert wird.

Das größte Problem ist jedoch folgendes: Für viele Spenden-sammelnde Vereine würde das „Wegbrechen“ der Internet- Lastschrift-­Spenden erhebliche bis massive Einnahmeneinbußen bedeuten - mit unmittelbaren negativen Auswirkungen auf  die Projektarbeit.

 

Hintergrund

Im deutschen Spendenwesen nehmen Online-Spenden seit Jahren an Bedeutung zu. Dabei werden ca. 90% der Internet-Spenden in Deutschland heute per Lastschrift ohne "physikalische Unterschrift" abgewickelt[1]. Insbesondere im Katastrophenfall sind diese Spenden von herausragender Bedeutung.

Mit der geplanten Einführung des SEPA-Lastschriftverfahrens zum 01. Februar 2014 sind Lastschriften ohne "physikalische Unterschrift" nicht mehr verfahrenskonform. Die Verunsicherung bei den spendensammelnden Organisationen ist groß: Einfach weitermachen wie bisher?  Oder die AGB einhalten, die in diesem Punkt restriktiver sind als die früheren? Dann müssten Spenderinnen und Spender das Online-SEPA-Mandatsformular  aus­drucken, unterschreiben und zurückschicken. Oder die Organisation stellt andere Zahlungsverfahren (Kreditkarte, Paypal, etc.) zur Verfügung. Die Erfahrung zeigt, dass all diese Alternativen zu deutlich höheren Abbruchraten beim Online-Spenden führen und gleichzeitig die Verwaltungskosten der Organisationen in die Höhe steigen.

Auch die kurzfristige - derzeit noch im Planungs­stadium befindliche  - Einführung eines eMandats würde voraussichtlich auf große Akzeptanzprobleme stoßen, wie beispiels­weise die Einführung der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises gezeigt hat.

Spendensammelnde Organisationen befinden sich in einer Sonderstellung: sie stehen permanent unter Druck, Verwaltungskosten zu minimieren, und sie buchen Geld­spenden auf Wunsch eines Spenders zurück - unabhängig davon ob dieser eine Unter­schrift geleistet hat oder nicht. Das Vertrauen der Spenderinnen und Spender ist für sie von existenzieller Bedeutung, daher ist eine Klarstellung, dass Internet-Lastschrift-Spenden auch ohne physikalische Unterschrift zulässig sind, von so großer Bedeutung.    

 

Deutscher Fundraising Verband (DFRV)

Der Deutsche Fundraising Verband e.V. ist der bundesweite Fachverband für das Non-Profit-Marketing und Spendenwesen. Zu seinen rund 1.300 Mitgliedern zählen die Spendenexperten aller großen Non-Profit-Organisationen in Deutschland. Der DFRV vertritt die Interessen des Fundraisings in Politik und Öffentlichkeit, fördert die Professionalisierung des Berufszweigs sowie die Umsetzung ethischer Prinzipien in der Branche.

 

Kontakt

Dr. Thomas Röhr
Pressesprecher / 1. stv. Vorstand des Deutschen Fundraising Verbandes
T: 0173 / 379 21 21
roehr@fundraisingverband.de



[1] Quelle: BfS

 

Kommentare (2)

  1. Anoym:
    07.06.2013 um 18:26

    Das ist alles bulshit, was Sie hier schreiben.
    Gerade wurden 100 Euronen von meinem Vater für Spende abgebucht.
    Recherche zur Organisation ergab klar einen guten Zweck und wir schätzen hoch die Arbeit dieser Organisation!

    Aber!!! Es darf doch nicht sein, dass jedermann, wenn er die Name, Adresse und Bankverbindung hat auf die Homepage geht und diese Daten mißbraucht.

    Mein Vater lebt von Arge und muss jedes Cent zählen. Sein Konto wurde gesperrt (Kosten) er kann seine KOsten nicht finanzieren!! Ich bin noch in Lehre und brauch selber Geld.

    Ob auch wir spenden können oder wollen - möchte ich entscheiden. Keiner darf von meinem Konto, auch diese Organisationen, mein Geld abheben!!!!

    Auch phiskalische Unterschrift ist nicht sicher!!!

    Es muss ein Brief kommen, vielleicht nach einem Anruf, ob man tatsächlich über Internet gespendet hat, in dem man dann seine Spende bestätigt.

    Kostenargumenation ist hier fehl am Platz!!! Kommunikation kostet nicht viel heutzutage!!! Und Sie bekommen nicht 1 Euro, also kann man für den Anruf und Porto ca. 1,50 ausgeben, wenn man im Inernet eine Spende macht, die einen Mindestbetrag erreichen soll -z.B.

    SO wird Mißbrauch eingeschränkt. Aber auch Bürger sehr, sehr effektiv geschützt!

    Sie müssen nicht nur die Menschen im Auge sehen, die Hilfe brauchen, sondern auch die Menschen, die Spenen. Und die Menschen, deren Daten man soooooo Leicht im Internetzeitalter mißbrauchen kann!!!!!
    Ihre Argumenation ist inkompitent und sehr einseitig!!!

  2. admin:
    10.06.2013 um 11:28

    Lieber Anonymer Kommentator,
    Das Online-Lastschriftverfahren wird aktuell bereits regelmäßig angewendet und ist ein bewährtes und sicheres Verfahren. Die SEPA-Gesetzgebung, die eine physikalische Unterschrift notwendig machen würde, würde dagegen sehr viel mehr Aufwand und Kosten produzieren. Denn es ist ja an dieser Stelle nicht mit dem Briefporto getan, es kommen noch der zusätzliche Bearbeitungsaufwand seitens der Organisationen und die damit verbundenen Personalkosten hinzu. Den meisten Spenderinnen und Spender ist es aber sehr wichtig, dass nicht unnötig viele Verwaltungskosten bei den Organisationen entstehen. Auch möchten viele für sich selbst ein möglichst unkompliziertes Vorgehen beim Spenden und würden sich bei einen zu großen Aufwand eher überlegen, ob sie überhaupt etwas spenden. All dies spricht aus unserer Sicht für eine Beibehaltung dieses bewährten Verfahrens, für das wir uns daher einsetzen.

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