News 2012

Stellungnahme des Deutschen Fundraising Verbands zur Frage der Ethik von professionellem Fundraising und dem Einsatz von externen Dienstleistern

Stellungnahme des Deutschen Fundraising Verbands zur Frage der Ethik von professionellem Fundraising und dem Einsatz von externen Dienstleistern

Sobald eine Organisation eine gewisse Größe erreicht hat, lassen sich die finanziellen Mittel, die zur Umsetzung der Projekte benötigt werden, nicht mehr auf rein ehrenamtlicher Basis einwerben. Sehr viele Erfahrungen in den Organisationen belegen dies immer wieder. Das Arbeitsvolumen, welches ein Mensch ehrenamtlich erbringen kann, ohne sich selbst dabei auszubeuten, ist im Übrigen begrenzt. Oft berichten unsere Mitglieder auch, dass Fundraisingaktivitäten nicht dem Selbstverständnis von Ehrenamtlichen entsprechen.

Professionelles Fundraising trägt dazu bei, dass ausreichend Spenden eingenommen werden können, mehr als es durch eine rein ehrenamtliche Arbeit „theoretisch“ möglich wäre. Damit wird die Arbeit in den Projekten maßgeblich abgesichert. Dies trifft auch dann zu, wenn man berücksichtigt, dass durch das professionelle Fundraising natürlich zunächst höhere Verwaltungskosten entstehen, die von den eingenommenen Spenden abgezogen werden müssen.

Die Frage nach einem ethischen Fundraising ist daher nicht die Frage, ob professionelles Fundraising von Ehrenamtlichen oder Hauptamtlichen betrieben wird oder nicht, sondern z.B. vielmehr eine Frage der Informationspolitik gegenüber dem Spender oder einem verantwortungsvollen Umgang mit den Spenden.

Denn eine Organisation sollte selbstverständlich im Rahmen ihrer Arbeit darauf achten, dass keine unnötigen Kosten erzeugt werden. Manche Kosten lassen sich jedoch nicht vermeiden. Ein freier Austausch von Adressen von Organisation zu Organisation ist beispielweise aus datenschutzrechtlichen Gründen gar nicht machbar. Hier kommt eine Organisation um das Anmieten von Adressen nicht herum, wenn sie neben ihren Stammspendern auch potenzielle Neuspender ansprechen möchte.

Neben dem hauseigenen Fundraisingteam holen sich viele Organisationen ganz selbstverständlich Hilfe von externen Dienstleistern. Gegen diesen Einsatz ist aus ethischer Sicht nichts einzuwenden, denn er schafft nicht automatisch ein Mehr an Arbeit und ein Mehr an Kosten. Das Hinzuziehen von Dienstleistern ist lediglich eine andere Aufteilung der anfallenden Arbeit. Hier wird insbesondere nach ökonomischen Kriterien entschieden.

Mit ihren Fachkenntnissen können im Übrigen Dienstleister Organisationen bei der Durchführung des Fundraisings beraten und so zu optimierten Prozessen beitragen, die wiederum Kosten einsparen. Würden durch die Arbeit eines Dienstleister keine Mehrreinnahmen bei den Organisationen ankommen, so gibt es selbstverständlich für die Organisation keinerlei Motivation, diesen Dienstleister weiter zu engagieren.

 

Kommentare (1)

  1. Oliver Steiner:
    25.04.2013 um 08:38

    Diese Stellungnahme ist dermaßen undifferenziert und tendenziös, wie es vom Deutschen Fundraising Verband zu erwarten war. Natürlich geht es nicht darum, dogmatische die Zusammenarbeit mit Dienstleistern zu verdammen - oder sogar Ehrenamtliche zu verdammen, die Dienstleistungen einkaufen (spiegelt das die Realität?). Doch in der Stellungnahme zeigt sich die - teilweise jahrzehntelange - Verstrickung von Spendenorganisationen und Dienstleistern in dieser "speziellen" Szene. Statt dem "Buy"-Reflex als Strategie aufzubauen, sollten Voraussetzungen für das interne "Make" geschaffen werden. Dazu benötigt man aber auch (gut bezahlte) Mitarbeiter, die nicht im "Buy" sozialisiert wurden. Lieber für gute Leute (auch erfolgsbezogen) zahlen und dann als Ultima Ratio einen Dienstleister hinzuziehen.

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