Häufige Fragen

Die wichtigsten Informationen zum Fundraising:

 

Hintergrundwissen zum Thema Fundraising

Was ist Fundraising?

Fundraising ist die Beschaffung von Geld-, Sach- und Dienstleistungen zur Verwirklichung von am Gemeinwohl orientierten Zwecken. Die wissenschaftliche Definition nach Prof. Michael Urselmann lautet: „Fundraising ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten einer Non-Profit-Organisation (NPO), welche darauf abzielen, alle für die Erfüllung des Satzungszwecks benötigten Ressourcen (Geld-, Sach- und Dienstleistungen) durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der RessourcenbereitstellerInnen ohne marktadäquate materielle Gegenleistung zu beschaffen. Die mit der Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke betrauten Personen werden Fundraiserinnen und Fundraiser genannt.“

Was ist Sponsoring?

Sponsoring bedeutet die Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten, die mit der Bereitstellung von Geld, Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen zur Förderung von Personen und/oder Organisationen im sportlichen, kulturellen und/oder sozialen Bereich verbunden sind, um damit gleichzeitig Ziele der Unternehmenskommunikation zu erreichen (Manfred Bruhn, Sponsoring, 1991). Dabei handelt es sich — im Gegensatz zur Spende, die ohne Vorbedingung uneigennützig gewährt wird — um ein öffentlichkeitswirksames Geschäft auf Gegenseitigkeit, das auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung beruht.

Wie groß ist der Spendenmarkt in Deutschland?

Das Statistische Bundesamte beziffert die pro Jahr steuerlich geltend gemachten Spenden auf rund 5 Mrd. Euro. Dieser Wert bleibt trotz Wirtschaftskrisen seit Jahren weitgehend stabil.

Wo finde ich aktuelle Zahlen zum Fundraising-Markt in Deutschland und Europa? 

Einige Basiszahlen und Fakten finden Sie unter Grundlagen & Zahlen. Mitglieder des Deutschen Fundraising Verbands erhalten darüber hinaus Zugang zu zahlreichen Studien, Doktorarbeiten und wissenschaftlichen Arbeiten rund um das Fundraising.

Warum ist professionelles Fundraising für gemeinnützige Organisationen so wichtig?

Die staatlichen Leistungen und Förderungen z.B. im Sozialsystem und in der Entwicklungshilfe, aber auch im Kultursektor oder im Bildungsbereich werden seit Jahren geringer. Diese Lücke wird häufig von gemeinnützigen Organisationen gefüllt. Diese sind auf regelmäßige Einnahmen angewiesen um Ihre satzungsgemäßen Zwecke erfüllen und langfristige Projekte kontinuierlich durchführen zu können. Nur mit einem verlässlichen Budget können Maßnahmen effizient und zielführend geplant und umgesetzt werden. Gerade unpopuläre Projekte wie z.B. Obdachlosenhilfe sind ohne aktive Spendenwerbung kaum denkbar.

Gleichzeitig verschärfen sich die äußeren Rahmenbedingungen für den dritten Sektor. Seit Juni 2010 müssen gemeinnützige Organisationen beispielsweise 19 Prozent Mehrwertsteuer für den Versand ihrer Spendenbriefe an den Staat abführen. Da diese Spendenbriefe für viele Organisationen bis heute das erfolgreichste Fundraising-Instrument bilden, gibt es dazu keine günstigere Alternative. Die Bemühungen vieler Organisationen den Anteil der Werbe- und Verwaltungskosten zu senken werden so torpediert.
Gleichzeitig müssen alle NGOs immer stärker darum kämpfen, ihre Zielgruppen trotzt starker medialer Konkurrenz der Wirtschaftsunternehmen zu erreichen.

Wieviele Personen sind im Fundraisingbereich angestellt?

Genaue Zahlen dazu liegen nicht vor. Der Deutsche Fundraising Verband schätzt, dass es in Deutschland ca. 3.000 professionell hauptamtlich arbeitende Fundraiserinnen und Fundraiser gibt. 1.300 Fundraiser sind Mitglied im Deutschen Fundraising Verband. Hinzu kommen die vielen ehrenamtlichen FundraiserInnen, die vor Ort um Spenden bitten, z.B. mit der „klassischen“ Sammeldose am Informationsstand.

Wie viele Fundraising-DienstleisterInnen gibt es in Deutschland?

Es gibt circa 130 DienstleisterInnen, die auf dem deutschen Fundraising-Markt tätig sind. Hinzu kommen zahlreiche freiberufliche FundraiserInnen, die von wechselnden Organisationen projektbezogen beauftragt werden . Die Tätigkeitsfelder reichen von der Organisationsberatung über Kreation und Produktion von Fundraising-Kampagnen bis zur direkten Spenderansprache. Full Service-Agenturen die sämtliche Fundraising-Tätigkeiten einer Organisation übernehmen sind eine seltene Ausnahme.
Eine Dienstleisterübersicht für die Fundraisingbranche (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) veröffentlicht der Deutsche Fundraising Verband auf seiner Homepage: www.fundraisingverband.de/index.php?id=7

Warum braucht eine gemeinnützige Organisation externe Dienstleister?
Gerade kleinere Organisationen haben weder die personellen noch fachlichen Ressourcen um ein dauerhaft erfolgreiches Fundraising sicherstellen zu können. Externe DienstleisterInnen führen viele Fundraisingmaßnahmen effizienter und somit kostengünstiger durch, während sich die Organisationen auf die Erfüllung ihre eigentlichen Hauptaufgaben, wie z.B. die Katastrophenhilfe oder die Kinder- und Jugendarbeit, konzentrieren können.

Wie arbeiten Fundraising-DienstleisterInnen ?

Fundraising-DienstleisterInnen arbeiten immer in enger Abstimmung mit den Auftrag gebenden Organisationen zusammen. Alle Maßnahmen werden gemeinsam konzipiert und durch die Organisationen freigegeben. Die Zusammenarbeit und vor allem die Spenderansprache unterliegen dabei höchsten Datenschutzvorgaben. Ein Verkauf oder eine anderweitige Verwendung von Spenderadressen außerhalb der Vereinszwecke ist rechtlich unzulässig und zieht empfindliche Strafen nach sich. Die vollständige, insbesondere inhaltliche Verantwortung verbleibt vollständig bei der beauftragenden Organisation.

Organisationen die das DZI-Siegel tragen müssen diese Anforderungen selbstverständlich auch im Umgang mit externen DienstleisterInnen erfüllen. Die meisten Agenturen richten sich deshalb automatisch nach den Regeln des DZI und erfüllen damit auch die 19 Grundregeln des DFRV für ein gutes, ethisches Fundraising.

Welche Fundraising-Instrumente sind am erfolgreichsten?

Erhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung zeigen, dass der adressierte Spendenbrief trotz aller Kritik bis heute zur erfolgreichsten Spendenmotivation gehört. In der Gewinnung von neuen Fördermitgliedern und SpenderInnen ist das face-to-face-Fundraising, z.B. im Rahmen eines Tür-zur-Tür-Fundraisings oder einer Standwerbung, nach wie vor am erfolgreichsten. Aber auch Beiträge und Spendenaufrufe im TV werden immer häufiger als Spendenauslöser genannt. Die vergleichsweise kostengünstigen Spendenaufrufe im Internet sorgen bislang nur für einen sehr geringen Teil der Gesamteinnahmen.

Welche Kosten entstehen im Fundraising? Wie viel von meinem Geld kommt im Projekt an?

Diese Zahlen sind häufig unterschiedlich, sollten aber die Vorgaben des DZI (maximal 30 Prozent Werbe- und Verwaltungskosten) möglichst nicht überschreiten. Seriöse Organisationen machen ihre Kostenstruktur im Jahresbericht transparent und geben auch auf Anfrage selbstverständlich Auskunft. Grundsätzlich ist die Bitte um Spenden und die effiziente Verwaltung einer Non-Profit-Organisation immer auch mit Kosten verbunden. Organisationen, die damit werben keinerlei Verwaltungskosten zu haben, stellen Ihre Einnahmen und Ausgaben nicht korrekt dar.

Welchen Hintergrund hat CharityWatch.de?

CharityWatch.de ist keine Prüforganisation, sondern eine private Initiative des Journalisten Stephan Loipfinger. Empfehlungen und Warnungen beruhen auf der persönlichen Einschätzung des Autors. Einheitliche und transparente Prüfkriterien sind leider nicht erkennbar.

 

 

Unterstützung bei einem Projekt benötigt?


Spendenbescheinigungen

Die Zuwendung an eine gemeinnützige Organisation kann in der Steuererklärung steuermindernd geltend gemacht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Spender ihrem Finanzamt eine Spendenquittung vorlegen. Diese Spendenbescheinigung muss bestimmte Informationen enthalten, damit die Spende zum Abzug zugelassen wird. 

Das Bundesfinanzamt hat die verbindlichen Muster für die Spendenbescheinigungen angepasst.

Dier neuen Muster, sowie Tipps zum Ausfüllen sind hier auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums zu finden.


Wo finde ich unabhängige und kompetente Ansprechpartner zum Thema Spenden und Fundraising?

Deutscher Fundraising Verband
Chausseestraße 5 10115 Berlin Tel.: 030 / 30 88 31 800 Fax: 030 / 30 88 31 805 info@fundraisingverband.de www.fundraisingverband.de Pressekontakt: Dr. Thomas Röhr 1. Stv. Vorsitzender / Pressesprecher im Deutschen Fundraising Verband Tel.: 0173 / 379 21 21 röhr@fundraisingverband.de

Weitere kompetente Ansprechpartner sind der Deutsche Spendenrat (www.spendenrat.de) und das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen / DZI (www.dzi.de).

Ich benötige Unterstützung für meine Fundraisingidee. Wer kann mir weiterhelfen?

Im Mitgliederverzeichnis des Deutschen Fundraising Verbandes finden Sie zahlreich vertrauenswürdige Agenturen, BeraterINnen und SpezialistInnen, die Ihnen sicher weiterhelfen können. 

Weitere gute Anlaufstationen sind die Treffen der bundesweiten Regional- und Fachgruppen. Hier finden Sie KollegInnen aus Ihrer Region oder Ihrem Fachbereich, die Ihnen wertvollen Tipps aus der Praxis geben können.

Ich möchte für eine Organisation Spendensammeln. Muss ich dafür eine Genehmigung einholen?

Nein, außer in Rheinland-Pfalz. Informationen zum Sammlungsrecht in Rheinland-Pfalz finden Sie hier, auf den Seiten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirketion Rheinland-Pfalz

Wie komme ich an Adressen von Fundraising-Dienstleistern?

Kontakte zu Fundraising-Beratern, Agenturen, Lettershops, Spezialdruckereien und sonstigen Lieferanten und Dienstleistern im Fundraising und Direktmarketing bekommen Sie hier

Wie finde ich eine Stiftung, die meine Idee unterstützt?

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen bietet auf seiner Webseite ein Verzeichnis deutscher Stiftungen, in dem rund 8500 Stiftungen verzeichnet sind, die entsprechend ihres Aufgabengebiets gefiltert werden können. Das Verzeichnis ist zu finden unter www.stiftungen.org/de/service/stiftungssuche.htmlDie Stiftungssuche umfasst rund 8.500 Stiftungen mit eigener Internetanschrift, die in Deutschland tätig sind.

Die Stiftungssuche umfasst rund 8.500 Stiftungen mit eigener Internetanschrift, die in Deutschland tätig sin



Fundraising als Beruf


Einführende Literatur zum Thema Fundraising
 

Literaturquellen zur Einführung in das Fundraising finden Sie in unseren Literaturtipps

 

Wo kann man sich zum Fundraiser ausbilden lassen?

In Deutschland bietet die Fundraising Akademie in Frankfurt am Main eine branchenweit anerkannte Ausbildung zum Fundraising-Manager/in (FA), zum Regionalreferenten für Fundraising und zum CSR-Manager (FA) an. Weitere Ausbildungsmöglichkeiten haben wir hier in einer Übersicht zusammengestellt.

 

Welche Berufschancen habe ich als Fundraiser?

Der Bedarf an professionellen Fundraisern wird wachsen, wenn sich die Kultur des Gebens und Nehmens in Deutschland weiter nach dem angelsächsischen Vorbild entwickelt

In Großbritannien liegen die Mitgliedszahlen des Institute of Fundraising bei 4.200 Einzelpersonen und 200 Organisationen. Die Association of Fundraising Professionals (AFP) in den USA hat sogar 27.000 Mitglieder. Die Zahl der hauptberuflichen Fundraiserinnen und Fundraiser dürfte jeweils das Eineinhalbfache bis Doppelte dieser Zahl betragen

In Deutschland sind heute ca. 2500 Personen hauptberuflich im Fundraising tätig, in zehn Jahren werden es etwa 5000 sein. Die Berufschancen sind vor allem dann gut, wenn man neben einer fachlichen Aus- und Fortbildung auch noch genügend Praxis in gemeinnützigen Organisationen nachweisen kann. Damit sollte möglichst früh, am besten schon zu Schulzeiten, begonnen werden.

Wo finde ich Stellenangebote für Fundraiser?

Die meisten Stellenangebote stehen in Tages- und Wochenzeitungen, immer mehr aber auch im Internet. Der Verband veröffentlicht Stellenangebote auf diesen Seiten.

Wo kann ich Stellengesuche aufgeben?

Mitglieder des Deutschen Fundraising Verbands können auf unserer Webseite  kostenlos ihre Stellengesuche veröffentlichen. Für Nicht-Mitglieder fallen dafür Gebühren von 20 € an. Das Eingabeformular dafür finden Sie hier


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