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Erdbeben Haiti 2010
28.01.2010
 
Der Deutsche Fundraising Verband (DFRV) berät gern über die Arbeit und Seriosität gemeinnütziger Spendenorganisationen. Organisationen die die Grundregeln des Deutschen Fundraising Verbandes (DFRV) für eine gute, ethische Fundraising-Praxis unterzeichnet haben stellen ihre Transparenz, Nachhaltigkeit und Seriosität unter Beweis. Das bedeutet jedoch nicht, dass der DFRV von Organisationen ohne Mitgliedschaft grundsätzlich abrät. Folgende Tipps sollen es den Spenderinnen und Spendern erleichtern, sich selbst einen Eindruck von der Seriosität einer Spendenorganisation zu verschaffen.


Tipps für Spenden in Katastrophenfällen:

Kompetenz hat Vorrang
Spender sollten sich vor ihrer Überweisung vergewissern, dass die betreffende Hilfsorganisation die nötige Kompetenz besitzt, um in den betroffenen Regionen wirksam und effizient Hilfe zu leisten. Es ist ganz besonders wichtig, dass die Organisationen sich mit den Bedingungen vor Ort auskennen, dort über gut funktionierende Kontakte verfügen und sich mit den Behörden und anderen Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet gut abstimmen. Nur so könnten ineffiziente, unter Umständen sogar schädliche Hilfsprojekte vermieden werden.

Nachhaltigkeit des Engagements
Beim Wiederaufbau ist ein langfristiges und auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Konzept unerlässlich. Spender sollten darauf achten, dass die Organisationen bereits vor dem Beben in der betroffenen Region waren, ob sie mit Partnern vor Ort zusammenarbeiten und dass sie auch weiterhin vor Ort tätig bleiben. In den Veröffentlichungen der Organisationen sollten diese Informationen klar erkennbar sein.

Vorsicht bei übertriebener Dringlichkeit des Spendenaufrufs
Misstrauen ist angebracht bei Spendenaufrufen, die starke Emotionen wecken, aber wenige Informationen über die konkret geplanten Hilfsmaßnahmen bieten. Spender sollten sorgfältig darauf achten, dass dem Spendenaufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Spenden eingesetzt werden sollen. Diese Frage ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn aus dem Spendenaufruf nicht hervorgeht, dass das betreffende deutsche Hilfswerk mit Partnerorganisationen in der Katastrophenregion zusammenarbeitet.
 
Geldspenden sind besser als Sachspenden
Geldspenden können von den Hilfsorganisationen zumeist flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden. Sachgüter sollten nur dann gespendet werden, wenn seriöse Organisationen gezielt um sie bitten.

Zweckbindung der Spende
Soll eine Spende für einen ganz bestimmten Zweck bestimmt sein, so muss bei der Überweisung neben der richtigen Kontoverbindung unbedingt das vom jeweiligen Hilfswerk vorgegebene Stichwort als Verwendungszweck angegeben werden. Grundsätzlich sollten Spender aber bedenken, dass zweckgebundene Spenden die Fähigkeit der Hilfswerke, auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, stark einschränken. Der Deutsche Fundraising Verband empfiehlt deshalb, außerhalb bestimmter Katastrophenfälle Spenden an vertrauenswürdige Organisationen im Regelfall ohne Zweckbindung zu vergeben.

Schnell, aber nicht übereilt spenden – Vorsicht besonders bei Internet-Aufrufen

Gerade bei großen Katastrophen treten leider auch „Trittbrettfahrer“ mit Spendenaufrufen an die Öffentlichkeit, die gar nicht über die nötige Kompetenz verfügen, um wirksam und effizient helfen zu können, oder bei denen ein Großteil der Spenden in der Verwaltung versickert oder sogar zur privaten Bereicherung missbraucht wird. Deshalb rät der Deutsche Fundraising Verband, auf jeden Fall die in Frage kommende Organisation zunächst auf Seriosität zu überprüfen (etwa durch Anfrage beim DZI). Dies gilt besonders für Spendenaufrufe im Internet, die oft zu einer vorschnellen Überweisung verleiten. So genannte Ketten-E-Mails haben meistens einen unseriösen Hintergrund.
 
Die sechs Tipps für Spenden in Katastrophenfällen können Sie hier als pdf-Datei herunterladen.


   


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